Essen gegen das Vergessen - mit Fisch, Olivenöl, Gemüse und Kaffee Demenzprävention betreiben
- Claudia Kastizen
- 9. Apr.
- 3 Min. Lesezeit

DEMENZ - DIE DÜSTERE PROGNOSE
Im Jahr 2040 werden in Deutschland etwa 2,4 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt sein. Das sind fast so viele Menschen wie derzeit in München und Köln leben. Aktuell gibt es noch kein Medikament, das eine Demenz heilt. Dabei hängt der Untergang der Nervenzellen stark von bekannten Risikofaktoren ab, die durch Ernährung und Lebensführung positiv beeinflusst werden. Mit den richtigen Lebensmitteln lässt sich das Demenzrisiko senken. Und die beste Nachricht gleich vorneweg: Das Lieblingsgetränk der Deutschen – Kaffee – spielt dabei eine große Rolle.
URSACHEN UND RISIKOFAKTOREN DER DEMENZ
Eine Demenz kann durch die Alzheimer-Krankheit, Durchblutungsstörungen des Gehirns, Gehirnerkrankungen, eine Anämie oder schwere Lungenerkrankungen ausgelöst werden. Menschen, die an Übergewicht, Diabetes mellitus Typ II oder Bluthochdruck leiden sind besonders gefährdet, ebenso wie Raucher. Auch zu wenig Bewegung kann das Entstehen einer Demenz begünstigen. Von diesen Risikofaktoren hängt das Ausmaß der Durchblutungsstörungen im Gehirn ab. Diese beeinflussen den Zeitraum zwischen der Entstehung und dem Sichtbarwerden der Demenz. Der schleichende Vorgang kann sich über Jahrzehnte ziehen. Deshalb ist die frühzeitige Prävention von entscheidender Bedeutung.
ESSEN GEGEN DAS VERGESSEN - DEMENZPRÄVENTION
Die Empfehlungen der mediterranen Ernährung basieren auf den Essensgewohnheiten der Menschen, die in den 1950er und 1960er Jahren in den Mittelmeerländern gelebt haben. Dort traten vergleichsweise selten chronische Erkrankungen auf. Durch den Verzehr vieler einfach ungesättigter Fettsäuren, Polyphenole, mehrfach ungesättigter Fettsäuren und Antioxidantien wird der mediterranen Ernährung eine demenzpräventive Wirkung zugesagt. Konkret heißt das: Olivenöl, Fisch, Gemüse und Obst. Zusätzlich unterstützen körperliche Aktivität und enge soziale Kontakte die Demenzprävention.
Die sog. MIND-Diät (Mediterranean-DASH Diet Intervention for Neurodegenerative Delay) geht noch einen Schritt weiter. Sie kombiniert die mediterrane Ernährung und die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension – wurde ursprünglich zur Bekämpfung von Bluthochdruck entwickelt). Die MIND-Diät schützt so das Gehirn und verlangsamt den altersbedingten Abbau. Studien zeigen, dass das Gehirn besser arbeitet, wenn Menschen sich an ihre Empfehlungen halten.
Häufig gegessen werden sollten:
- Grünes Blattgemüse
- Andere Gemüsearten
- Beeren
- Nüsse
- Vollkornprodukte
- Fisch
- Geflügel
- Hülsenfrüchte
- Olivenöl
So selten wie möglich:
- Rotes Fleisch
- Butter und Margarine
- Käse
- Süßigkeiten
- Frittierte Lebensmittel und Fast Food
Der Grund für die Ablehnung dieser Lebensmittelgruppen: gesättigte Fette und zugesetzter Zucker begünstigen Entzündungen, die sehr schädlich für das Gehirn sind.
MIT KAFFEE DAS GEHIRN FIT HALTEN
Auch das Lieblingsgetränk der Deutschen wird mit Demenzprävention in Verbindung gebracht. Laut dem deutschen Kaffeeverband trank jeder Deutsche im Jahr 2024 im Durchschnitt 163 Liter. Mehr als Mineralwasser und Bier. Kaffee ist somit das beliebteste Getränk. Koffein, Melanoidine und die Polyphenole – das sind die Inhaltsstoffen im Kaffee, die vor Demenz schützen sollen. In Studien wurde beobachtet, dass mäßiger Kaffeekonsum von etwa 300 mg Koffein pro Tag (entspricht etwa 3-4 Tassen Kaffee) mit einem geringeren Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter verbunden war. Und für alle, die keinen Kaffee mögen oder nicht trinken können:
Grüntee! Er enthält auch verschiedene antioxidative und entzündungshemmende Substanzen. Studien zeigen sowohl eine Verbesserung der Gehirnleistung, wenn Grüntee regelmäßig und über einen längeren Zeitraum getrunken wurde, als auch in Tablettenform mit Grüntee-Extrakt.
FAZIT: Auch wenn Mediziner vorhersagen, dass es in Deutschland in 14 Jahren 2,4 Millionen demenzkranke Menschen geben soll – es muss nicht so weit kommen. Wer die wissenschaftlich belegten Ratschläge beherzigt, betreibt übrigens nicht nur Demenz-Prävention, sondern senkt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.
Quellen:
Kaffee, Koffein und Gesundheit: Vorteile, Risiken und Mythen | Apotheken Umschau letzter Aufruf am 9.4.26
Größte Städte Deutschlands 2024| Statista letzter Aufruf am 9.4.26
Antioxidantien im Kaffee: Das steckt drin | FOCUS.de letzter Aufruf am 9.4.26
Die MIND-Diät: So hält Ernährung ihr Gehirn fit - National Geographic letzter Aufruf am 9.4.26
Adler, Georg, November 2024 und Januar 2025: "Ernährung zur Prävention der Alzheimer-Demenz", DGE WISSEN November 2024 und Januar 2025.
Smollich, Martin: "Das große Praxisbuch Ernährungsmedizin", 2. Auflage 2022, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München, ISBN 978-3-8338-7915-9.





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