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Meine Körpermaße

Aktualisiert: 30. Jan.

Body-Mass-Index, Taillenumfang, Taille-Hüfte-Verhältnis, Taillenumfang-Körpergröße-Verhältnis - richtig Maß nehmen und die Werte verstehen


Bin ich zu dick? Oder ganz normal? Vielleicht sogar zu dünn? Wie und wo messe ich meine Körpermaße korrekt? Ab welchen Werten habe ich ein erhöhtes gesundheitliches Risiko?

Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, welche Körpermaße ausschlaggebend sind und ordnet die Ergebnisse ein.


Apfel- und Birnenform, Veränderung in den Wechseljahren

Durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren kann sich die Figur verändern: Aus einer Birnenform (Fettpölsterchen liegen eher an Hüfte und Po) wird eine Apfelform (die Pölsterchen wandern Richtung Bauch). Dadurch steigt das Risiko für das sog. viszerale Bauchfett. Es liegt im Bauchraum zwischen den Organen und ist entzündungsaktiv (anders als das Fett an Hüfte und Po). Zu viel viszerales Bauchfett ist ein Risikofaktor für Leberverfettung oder Diabetes. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also Arteriosklerose, Herzinfarkte und Schlaganfälle können begünstigt werden.

Nicht nur in den Wechseljahren und nicht nur bei Frauen kann sich die Körperform verändern. Die Apfelform wird auch die androide Körperform genannt, da die meisten Männer zu ihr neigen. Mit steigendem Alter, ungünstiger Ernährung und Bewegungsmangel kann der "Apfel" am Bauch immer runder werden.


Meine Körpermaße kennen = Prävention betreiben  

Egal ob Mann oder Frau: Jeder sollte seine Körpermaße kennen und eventuelle Veränderungen beobachten. So kann Prävention betrieben werden.

Gewicht und Körpergröße allein sagen nicht die ganze Wahrheit. Denn das ein oder andere Kilo mehr macht bei ansonsten gesunden Menschen noch kein erhöhtes Krankheitsrisiko. Mit entscheidend sind neben der klassischen BMI-Berechnung auch Taillenumfang und Hüftumfang.


So messe ich meine Körpermaße korrekt:

 


Grafik zeigt Mann und Frau und an welchen Stellen der Taillen- und der Hüftumfang gemessen werden
An diesen Stellen das Maßband ansetzen

 

 

Taillenumfang: Für diese Messung benötigt man ein (nicht dehnbares!) Maßband. Ausatmen, zwischen Beckenkamm und dem untersten Rippenbogen anlegen und Wert ablesen.

Hüftumfang: Die breiteste Stelle im Hüftbereich ist meist auf Höhe des großen Rollhügels (knöcherne Erhebung an der Außenseite des Oberschenkelknochens). Genau dort legt man das Maßband an.

Körpergröße: Für diese Messung wird eine zweite Person und ein Zollstock benötigt. Aufrecht mit dem Rücken an eine Wand stellen. Auch die Rückseite der Fersen soll die Wand berühren. Jetzt legt die zweite Person den Zollstock direkt daneben an der Wand an und misst die Körpergröße.

 

Der BMI als guter Anhaltspunkt

Der Body-Mass-Index (BMI) steht oft in der Kritik, weil seine Berechnung nur von Größe und Gewicht abhängt und Faktoren wie Alter, körperliche Aktivität und Geschlecht nicht berücksichtigt. Ein sehr athletischer Mensch kann aufgrund hoher Muskelmasse einen hohen BMI haben. Ebenso eine Person, deren Körper einen großen Fettanteil hat. Hier unterscheidet der BMI nicht, bei beiden Personen kann das Ergebnis „Übergewicht“ heißen. Nichtsdestotrotz ist der BMI ein erster Anhaltspunkt.

So wird er berechnet: Gewicht (in Kilogramm) / Körpergröße (in Metern)2

Für Erwachsene über 20 Jahren ordnet die WHO das Ergebnis so ein:

  • unter 18,5: Untergewicht

  • 18,5–24,9: Normalgewicht

  • 25,0–29,9: Übergewicht

  • 30,0–34,9: Adipositas Grad I

  • 35,0–39,9: Adipositas Grad II

  • über 40: Adipositas Grad III

 

Man kann den BMI inzwischen auch mit dem Alter in Relation setzen. Die nachfolgende Tabelle¹ zeigt den „wünschenswerten“ BMI:

  • 19-24 Jahre: 19-24

  • 25-34 Jahre: 20-25

  • 35-44 Jahre: 21-26

  • 45-54 Jahre: 22-27

  • 55-64 Jahre: 23-28

  • Über 64 Jahre: 24-29

 

Der Taillenumfang als wichtiger Parameter für eventuell vorhandenes viszerales Bauchfett

Ist der Wert erhöht, kann viszerales Bauchfett vorliegen. Es steckt im Bauchraum zwischen den Organen, ist sehr entzündungsaktiv und gilt als Risiko für verschiedene Krankheiten (s. oben). Optimal ist für europäische Frauen ein Taillenumfang von unter 80 cm. Ein gesundheitlich bedenklicher Bauchumfang beginnt bei Frauen ab 80 cm. Ab 88 Zentimeter spricht man aus medizinischer Sicht von einer bauchbetonten oder auch rumpfbetonten Adipositas. Bei Männern sollte der Taillenumfang unter 94 cm liegen. Adipositas liegt vor, wenn das Maßband mindestens 102 cm zeigt.   

 

Das Taille-Hüft-Verhältnis hat den Hüftspeck mit im Blick

Die WHR, waist-to-hip-ratio, also das Taille-Hüft-Verhältnis, bezieht, anders als der BMI, auch den Körperbau mit ein. Gerechnet wird, indem man den Taillenumfang durch den Hüftumfang teilt. Der Quotient sollte bei Frauen im Idealfall unter 0,85, bei Männern unter 0,90 liegen.

 

Das Taillenumfang-Körpergröße-Verhältnis

Hier ist die Berechnung sehr einfach, die Ergebniseinordnung etwas kompliziert: Zuerst wird der Taillenumfang in cm durch die Körpergröße in cm geteilt. Beim Ergebnis spielt auch das Alter eine wichtige Rolle. Menschen bis einschließlich 39 Jahre sollten mit ihrem Ergebniswert nicht über 0,5 kommen. Ab 40 Jahre wird pro Lebensjahr 0,01 dazugezählt. Das heißt mit 41 Jahren liegt der kritische Wert bei 0,51, mit 42 Jahren bei 0,52, mit 43 Jahren bei 0,53 und so weiter. Bei Menschen, die 50 Jahre und älter sind, sollte der Ergebniswert nicht über 0,6 liegen.


Fazit:

Wer regelmäßig misst hat seine Körpermaße gut im Blick und kann Veränderungen rasch feststellen. Zusätzlich sind regelmäßige Checks beim Hausarzt absolut sinnvoll.


Quellen:

BMI und Waist-to-Hip-Ratio letzter Aufruf am 29.1.26

Waist-to-Hip-Ratio - Die Techniker letzter Aufruf am 29.1.26   

Body mass index (BMI) letzter Aufruf am 29.1.26

¹ Biesalski, Hans Konrad, Grimm, Peter, Nowitzki-Grimm, Susanne: „Taschenatlas Ernährung“, 8. vollständig überarbeitete Auflage 2020, Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, ISBN 978-3-13-242607-8, S. 364.

 
 
 

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